Mjölnir – Bedeutung und Geschichte von Thors Hammer

Mjölnir ist der Name von Thors Hammer in der nordischen Mythologie. Geschrieben wird er auch Mjölner, Mjoelnir oder altnordisch Mjǫllnir — im Deutschen heißt er schlicht Thorshammer oder Thorhammer. In der Snorra-Edda wird beschrieben, wie die Zwerge Sindri und Brokkr ihn schmiedeten — mit einem Griff, der zu kurz geriet, weil Loki die Arbeit sabotierte. Archäologische Funde von über 1.000 Thorshammer-Amuletten aus dem 9. bis 11. Jahrhundert belegen, dass Mjölnir das meistgetragene Symbol der Wikingerzeit war — als Schutzzeichen, Weihezeichen und Gegenstück zum christlichen Kreuz.

Island, irgendwann im 10. Jahrhundert. Ein Mann steht an der Werkbank, die Esse glüht. Er gießt Silber in eine Form — klein, flach, mit kurzem Stiel und breitem Kopf. Es wird ein Amulett. Kein Schwert, kein Schild. Ein Anhänger, den seine Frau tragen wird, wenn er aufs Meer fährt. Und wenn er zurückkommt. Und wenn er nicht zurückkommt. Der Hammer ist nicht nur Waffe. Er ist Versprechen. Über tausend solcher Amulette haben Archäologen inzwischen gefunden — in Gräbern, in Feldern, in den Überresten von Häusern. Männergräber, Frauengräber, Kindergräber. Mjölnir war überall. Mjölnir war für alle.

Inhaltsverzeichnis

1. Wie heißt Thors Hammer? Name und Schreibweisen
2. Die Erschaffung des Mjölnir — was die Edda erzählt
3. Der Hammer im Grab — archäologische Funde
4. Das Wolfskreuz — Mjölnir trifft das Kreuz
5. Schutzzeichen, Weihezeichen, Gegenkreuz
6. Thorshammer als Anhänger und Kette
7. Was bedeutet der Thorshammer heute?
8. Die Frage, die viele stellen: Ist Mjölnir ein rechtes Symbol?
9. Mjölnir bei Runental — vom Holzanhänger bis zum geschmiedeten Eisen
10. Häufige Fragen

Wie heißt Thors Hammer? Name und Schreibweisen

Silbernes Thorshammer-Amulett mit abgeriebenem Knotenwerk auf dunklem Schiefer, im Stil wikingerzeitlicher Funde

Der Hammer des Donnergottes heißt Mjölnir. Das ist die isländische Form; altnordisch lautet sie Mjǫllnir. Im deutschsprachigen Raum begegnen dir außerdem die Schreibweisen Mjölner, Mjoelnir und Mjolnir — alle meinen dieselbe Waffe.

Schreibweise Herkunft
Mjölnir Isländisch — die heute gebräuchlichste Form
Mjǫllnir Altnordisch — die Schreibung der Quellen
Mjölner, Mjoelnir, Mjolnir Deutsche Umschriften ohne Sonderzeichen
Thorshammer, Thorhammer Deutsch — benennt den Träger statt die Waffe

Wer den Namen nicht kennt, sagt einfach Thorshammer oder Thorhammer. Auch das ist richtig: Beide Begriffe bezeichnen Mjölnir, nur eben über seinen Träger statt über seinen Eigennamen. In den alten Liedern der Edda steht durchgehend der Eigenname — wer den Hammer beim Namen nannte, meinte etwas Bestimmtes.

Was das Wort selbst bedeutet, weiß bis heute niemand sicher. Die einen leiten es vom altnordischen mölva ab, „zermalmen". Die anderen hören darin das Wort für Blitz. Wieder andere sehen eine Verwandtschaft mit „glänzend", „blank". Vielleicht ist genau das die Wahrheit: ein Name, der zermalmt, blitzt und glänzt zugleich. Die Skalden hätten es so gewollt.

Die Erschaffung des Mjölnir — was die Edda erzählt

Aquarell-Illustration der Zwergenschmiede: Sindri und Brokkr schmieden Mjölnir am Amboss, Funkenflug und glühende Esse

Loki hatte Sifs goldenes Haar abgeschnitten. Keine gute Idee. Thor wollte ihn töten, und Loki rettete sich durch ein Versprechen: Er würde den Göttern Geschenke bringen, die alles Bisherige übertrafen. Also ging Loki zu den Zwergen — den besten Schmieden aller neun Welten.

Zwei Werkstätten, zwei Wettbewerbe. Erst die Söhne Ívaldis, die Sif neues goldenes Haar schmiedeten und Odins Speer Gungnir. Dann Sindri und Brokkr, denen Loki seinen eigenen Kopf als Wettpreis anbot. Sindri legte ein Schweinsfell in die Esse und sagte zu Brokkr: „Halte den Blasebalg in Gang. Hör nicht auf. Egal was passiert." Loki, als Mücke getarnt, stach Brokkr ins Augenlid. Brokkr zuckte zusammen — und der Griff des Hammers geriet zu kurz.

Ein Fehler, der bleiben durfte. Die Götter wogen die Gaben gegeneinander ab und entschieden: Mjölnir war die beste von allen. Kurzer Griff hin oder her. Der Hammer trifft immer sein Ziel. Er kehrt immer in Thors Hand zurück. Und er hält die Thursen von Asgard fern — jene Riesen, die Tag und Nacht an der Ordnung der Welt rütteln. So erzählt es Snorri Sturluson, der die alten Geschichten aufschrieb, als sie zu verschwinden drohten.

Es gibt noch eine zweite Hammer-Geschichte, und sie ist die bessere. Der Riese Thrym stiehlt Mjölnir und will ihn nur gegen Freyja herausgeben. Freyja weigert sich. Also zieht Thor selbst das Brautkleid an, verschleiert sich und reist nach Jötunheim. Beim Hochzeitsmahl frisst die Braut einen ganzen Ochsen und trinkt drei Fässer Met; Loki, als Brautjungfer verkleidet, redet sich heraus. Dann wird der Hammer zur Weihe in ihren Schoß gelegt — und Thrym erfährt, wen er da geheiratet hat. Es ist eine Geschichte über List. Über Rückgewinnung. Und darüber, dass Stärke allein nicht reicht, wenn man nicht bereit ist, sich lächerlich zu machen.

Wer die Götter hinter diesen Geschichten kennenlernen will — Odin, der ein Auge für Wissen gab, die Asen und Wanen, den Weltenbaum Yggdrasil — findet sie in unserem Überblick zur nordischen Mythologie und ihren Symbolen.

Der Hammer im Grab — was die Erde behalten hat

Die Sagen erzählen, was die Menschen glaubten. Die Erde bewahrt, was sie taten. Und was sie taten, ist eindeutig: Sie trugen den Hammer. Überall.

Über 1.000 Thorshammer-Anhänger sind aus Skandinavien, Island, den britischen Inseln und Osteuropa dokumentiert. Die meisten stammen aus dem 9. bis 11. Jahrhundert — jener Zeit, in der das Christentum den Norden erreichte und die alten Wege noch nicht aufgeben wollten. Die Funde sind so verschieden wie ihre Träger: schlichte Eisenhämmer aus einer Dorfschmiede, fein verzierte Silberamulette für die, die es sich leisten konnten, Bronzegüsse für den Alltag. Manche tragen Runen. Die meisten nicht.

Ein Stück hat eine eigene Geschichte verdient. 2014, auf der dänischen Insel Lolland, kam bei Købelev ein Amulett ans Licht, das etwas trug, das keines der anderen tausend hatte: eine Runeninschrift. Sie lautet „Hmar x is" — „Dies ist ein Hammer."

Klingt wie eine Selbstverständlichkeit. War es nicht. Bis dahin stritten Gelehrte, ob die kleinen T-förmigen Anhänger überhaupt Hämmer darstellten — oder Äxte, Kreuze, etwas ganz anderes. Und dann meldet sich jemand aus dem zehnten Jahrhundert zu Wort und stellt die Sache klar. Die Runologin Lisbeth Imer vom Dänischen Nationalmuseum bestätigte die Lesung. Ein Mensch, dessen Namen niemand kennt, hat vor tausend Jahren beschlossen, dass kein Zweifel bleiben soll. Er hat gewonnen.

Und dann ist da Haithabu, die große Handelsstadt bei Busdorf an der Schlei. Dort fand man eine Gussform, mit der ein Schmied Thorshämmer und christliche Kreuze aus derselben Werkbank gießen konnte. Dieselbe Hand, dasselbe Feuer, zwei Götterwelten. Man kann das nüchtern sehen: Der Mann verkaufte, was gefragt war. Man kann es auch anders sehen — als das ehrlichste Denkmal einer Zeit, in der niemand mehr genau wusste, wem der Himmel gehört.

Das Wolfskreuz — wo Mjölnir das Kreuz trifft

Zwei Silberanhänger auf Holz: reich verzierter Thorshammer mit Knotenwerk und ein Wolfskreuz mit Wolfskopf

Die Haithabu-Gussform blieb kein Einzelfall. In der Spätphase der Wikingerzeit entstand etwas Merkwürdiges: Amulette, die Hammer und Kreuz in einer Gestalt trugen. Das bekannteste heißt Wolfskreuz, manchmal auch Thor-Kreuz. Ein T-förmiger Hammer, der aussieht wie ein Kreuz. Oder ein Kreuz, das die Form eines Hammers annimmt. Was zuerst da war, lässt sich nicht mehr entscheiden — und das war vermutlich der ganze Sinn der Sache.

Ein solches Stück kam in Fossi auf Island ans Licht, aus der Zeit um 1000. Genau in jenen Jahren, in denen Island auf dem Thing beschloss, offiziell christlich zu werden, während die meisten Menschen zu Hause weiter opferten wie eh und je. Das Wolfskreuz war die Antwort darauf: ein Zeichen, das sich nicht erklären muss. Es konnte beides sein.

Das ist kein Wankelmut. Das ist eine Gesellschaft, die zwei Weltbilder gleichzeitig trägt und nach einer Sprache sucht, in der beide Platz haben. Heute tragen Menschen das Wolfskreuz aus ähnlichen Gründen — weil sie den Norden fühlen, ohne sich einer Seite zuzuschlagen. Bei Runental findest du das Motiv in unserem mythologischen Schmuck.

Schutzzeichen, Weihezeichen, Gegenkreuz

Hand hält einen eisernen Thorshammer an der Brust fest, wikingerzeitlicher Wollmantel, kaltes Licht durch ein Fenster

Mjölnir war deutlich mehr als nur ein Schmuckstück. In den Sagen hat der Hammer drei Aufgaben: Er schlägt die Riesen zurück, er weiht — und er schützt.

Das Weihen ist der Teil, den man leicht übersieht. Der Hammer wird der Braut in den Schoß gelegt, damit die Ehe hält. Er wird über einen Scheiterhaufen geschwungen, damit der Tote seinen Weg findet. Über ein Schiff, bevor es ausläuft. Über ein Neugeborenes. Der Hammer war kein Zeichen für Gewalt. Er war das Zeichen dafür, dass etwas ordentlich beginnt.

Als das Kreuz in den Norden kam, wurde Mjölnir zur Antwort darauf. Christen trugen das eine, die Alten trugen das andere, und beide wussten genau, was sie sahen. Doch die Grenze war weicher, als man denkt — der Schmied von Haithabu hat sie mit einer einzigen Gussform aufgelöst. Der Hammer war ein Bekenntnis. Aber er war kein Krieg.

Und noch etwas: Thorshammer-Amulette liegen auffällig oft in Frauengräbern. Wer im Hammer nur das Kriegerzeichen sieht, hat die Hälfte der Geschichte verpasst. Thor schützte Midgard, die Welt der Menschen — das Feld, das Haus, das Kind, das Schiff. Das ging alle an. Nicht nur die, die Schwerter trugen.

Mjölnir war dabei nicht das einzige Schutzzeichen des Nordens. Valknut, Vegvísir und Ægishjálmur standen daneben — jedes mit eigener Aufgabe. Was sie unterscheidet, haben wir in unserem Beitrag über die Symbole der nordischen Mythologie aufgeschrieben.

Thorshammer als Anhänger und Kette — was das Schmuckstück bedeutet

Wer heute einen Thorshammer-Anhänger trägt, stellt sich in eine sehr lange Reihe. Und erstaunlicherweise hat sich unterwegs kaum etwas verschoben.

Der Thorshammer-Anhänger steht für Schutz. Diese Lesart hält seit tausend Jahren: In der Wikingerzeit trug man ihn am Hals, an einer Lederschnur oder einem schlichten Eisenring, wenn man aufs Meer fuhr, in den Winter ging oder ein Kind erwartete. Er war kein Abzeichen. Er war ein Begleiter. Genau deshalb liegt er in Frauen- und Kindergräbern so selbstverständlich wie in Männergräbern.

Eine Thorshammer-Kette sagt dasselbe, nur lauter. Ob an Leder, an Silber oder an Edelstahl — das Band ändert den Ton, nicht die Aussage. Historisch hingen die Amulette an einfachen Schnüren; die feinen Silberketten sind eine Erfindung unserer Zeit. Wer nah am Fund bleiben will, wählt Leder. Wer den Hammer zum Schmuckstück machen will, wählt Silber. Beides ist richtig.

Als Geschenk hat der Hammer eine eigene Tradition. Er wurde überreicht zur Hochzeit, zur Geburt, vor der langen Reise — immer dort, wo ein Übergang bevorstand und man jemandem etwas mitgeben wollte, das bleibt. Diese Geste funktioniert bis heute, ganz ohne Glauben an Thor.

Und das Material erzählt mit. Ein schwerer Eisenhammer spricht anders als ein feiner Silberanhänger mit Runenband. Holz wieder anders — wärmer, stiller, näher am Wald. Die Wikinger kannten diese Unterschiede und nutzten sie. Wer heute wählt, wählt also nicht nur ein Material. Er wählt einen Tonfall.

Material Wirkung Passt zu
Geschmiedetes Eisen Schwer, rau, ohne Glanz Wer dem historischen Fund am nächsten sein will
925 Sterling Silber Fein gearbeitet, sichtbar, oft mit Runenband Wer den Hammer als Schmuckstück tragen will
Walnussholz Warm, still, jedes Stück anders gemasert Wer Handarbeit und Nähe zur Natur sucht
Edelstahl Robust, anlaufsicher, alltagstauglich Wer ihn täglich trägt, auch bei Wasser und Arbeit
Leder als Band Schlicht, historisch, tritt hinter den Anhänger zurück Wer will, dass das Zeichen spricht, nicht die Kette

Was bedeutet der Thorshammer heute?

Thorshammer-Tattoo mit Knotenwerk und Dotwork-Schattierung am Oberarm, an einem alten Holztisch

Stärke, Schutz, Verbundenheit — das ist die kurze Antwort. Die lange ist interessanter, weil sie von sehr verschiedenen Menschen handelt, die dasselbe Stück Metall am Hals tragen.

Manche gehören dem Ásatrú an, dem modernen nordischen Heidentum. Für sie ist der Hammer ein Glaubenszeichen, so ernst gemeint wie ein Kreuz. In den USA darf Mjölnir seit 2013 auf Soldatengrabsteinen stehen — gleichberechtigt neben Kreuz, Davidstern und Halbmond.

Andere tragen ihn ohne jede religiöse Absicht. Im Viking Metal ist er seit Jahrzehnten Erkennungszeichen. Auf Mittelaltermarkt, beim LARP, im Reenactment gehört er dazu wie das Lederband am Handgelenk. In der Schwarzen Szene ist er ein Klassiker. Und viele tragen ihn schlicht, weil die Form gut ist — breit, schwer, entschieden.

Als Tattoo gehört Mjölnir zu den meistgestochenen nordischen Motiven überhaupt, oft verwoben mit Runen, mit dem Vegvísir oder mit Knotenwerk im Borre- und Mammenstil. Die Aussage bleibt dieselbe wie beim Anhänger: Halt, wenn es rau wird.

Was sie alle verbindet: Wer Mjölnir trägt, trägt eine Entscheidung. Nicht für eine Religion, nicht für eine Gruppe. Sondern dafür, dass es Zeichen gibt, die älter sind als alles, was heute wichtig scheint — und die trotzdem noch etwas zu sagen haben.

Die Frage, die viele stellen: Ist Mjölnir ein rechtes Symbol?

Ein Zeichen, das tausend Jahre übersteht, wird unterwegs auch von Leuten aufgehoben, die es nicht verdient haben. So ist es dem Hammer ergangen. Ab etwa 1880 nutzte ihn die völkische Bewegung als germanisches Erkennungszeichen, später griffen Teile der rechtsextremen Szene danach. Das gehört zur Geschichte des Symbols, und es wird hier nicht übergangen.

Die Sache ist trotzdem klar: Mjölnir ist nicht verboten, und er gehört keiner Gruppe. Getragen wird er von Metalfans, Mittelalterfreunden, Heiden, Schmuckliebhabern, Wikinger-Verrückten und Menschen, denen einfach der Norden gefällt — also von einer Mehrheit, die mit Rechtsextremismus nichts zu schaffen hat. Die Bundeszentrale für politische Bildung führt den Thorshammer als „mehrdeutiges Symbol", nicht als rechtsextremes Erkennungszeichen.

Wer die Geschichte des Hammers kennt, muss ihn nicht verteidigen. Er trägt ihn einfach.

Mjölnir bei Runental — vom Holzanhänger bis zum geschmiedeten Eisen

Thorshammer-Anhänger, Lederarmband, Armreif und Gürtel von Runental, aufgehängt an einem Ast vor nebligem Wald

Bei uns trägt Mjölnir nicht eine Form, sondern viele. Silber, Holz, Eisen, Edelstahl, Leder — jedes Material erzählt den Hammer anders. Das ist Absicht. Die Wikinger selbst kannten dutzende Varianten. Ein Zeichen, das lebt, hat nicht eine Gestalt.

Am nächsten an uns selbst ist Mjölnirs Pfad: ein Holzanhänger aus Walnuss, gefertigt in unserem eigenen Atelier. Wir sägen, schleifen und brennen die Runenornamente selbst ins Holz — keine Fabrikware, keine zwei Stücke gleich. Wer ihn in die Hand nimmt, spürt Maserung. Genau das war der Punkt.

Thors Vermächtnis aus 925 Sterling Silber ist unser größter Thorshammer — 4 cm hoch, detailliert gearbeitet, mit Runenornamentik. Für alle, die den Hammer sichtbar tragen wollen. Der Thors Hammer im Runenkreis, ebenfalls 925 Silber, legt ein umlaufendes Runenband um Mjölnir — Schutzzeichen im Schutzzeichen.

Und dann der Thorshammer aus schwarzem Eisen, geschmiedet nach historischem Vorbild. Kein Glanz, kein Ornament. Eisen, Feuer, Form. Näher an dem, was der Mann in Island aus seiner Esse zog, kommt kein moderner Anhänger.

Stöbere durch unsere Wikinger Kollektion oder durch den mythologischen Schmuck, in dem jedes Stück eine Sage weiterträgt. Wer Mjölnir lieber trägt als hängt: Die Thor's Legacy Shirts und Hoodies tragen den Hammer als Druck — zu finden in unseren Wikinger Shirts für Herren und der Wikinger Herren Kollektion.

Häufige Fragen zu Mjölnir und Thors Hammer

Wie heißt Thors Hammer?

Thors Hammer heißt Mjölnir. Altnordisch lautet der Name Mjǫllnir, im Deutschen finden sich auch die Schreibweisen Mjölner, Mjoelnir und Mjolnir. Umgangssprachlich wird er meist einfach Thorshammer oder Thorhammer genannt — alle Bezeichnungen meinen dieselbe Waffe des Donnergottes.

Was bedeutet Mjölnir?

Mjölnir ist der Name von Thors Hammer in der nordischen Mythologie. Die Bedeutung des altnordischen Wortes Mjǫllnir ist umstritten — die gängigsten Deutungen sind „Zermalmer", „Blitz" oder „glänzende Blitzwaffe". In der Snorra-Edda wird beschrieben, wie die Zwerge Sindri und Brokkr den Hammer schmiedeten. Mjölnir trifft immer sein Ziel und kehrt in die Hand des Werfers zurück.

Was bedeutet ein Thorshammer-Anhänger?

Ein Thorshammer-Anhänger steht für Schutz, Stärke und Verbundenheit mit der nordischen Überlieferung. In der Wikingerzeit wurde er als Amulett am Hals getragen — von Männern, Frauen und Kindern gleichermaßen, oft vor Reisen, Geburten oder Hochzeiten. Wer ihn heute trägt, entscheidet selbst, ob er darin ein religiöses Zeichen, ein kulturelles Bekenntnis oder schlicht eine Form sieht, die trägt.

Was bedeutet eine Thorshammer-Kette?

Eine Thorshammer-Kette trägt dieselbe Bedeutung wie der Anhänger allein: Schutz und Standfestigkeit. Das Band verändert die Wirkung, nicht die Aussage. Historisch wurden die Amulette meist an schlichten Lederschnüren oder Eisenringen getragen — aufwendige Silberketten sind eine moderne Ergänzung. Leder steht dem historischen Fund näher, Silber macht den Hammer zum Schmuckstück.

Wer hat Mjölnir geschmiedet?

Laut der Snorra-Edda schmiedeten die Zwerge Sindri und Brokkr den Hammer — infolge einer Wette, die Loki provoziert hatte. Loki versuchte als Mücke getarnt die Arbeit zu sabotieren, weshalb der Griff des Hammers zu kurz geriet. Die Götter erklärten Mjölnir dennoch zur besten aller Gaben.

Was bedeutet ein Thorshammer-Tattoo?

Ein Thorshammer-Tattoo trägt dieselbe Symbolik wie das Amulett: Schutz, Stärke und Verbindung zur nordischen Überlieferung. Häufig wird es mit Runen, Knotenwerk oder dem Vegvísir kombiniert. Rechtliche Einschränkungen gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht — Mjölnir ist kein verbotenes Symbol.

Ist der Thorshammer ein rechtes Symbol?

Der Thorshammer wurde historisch von der völkischen Bewegung und später von Teilen der rechtsextremen Szene verwendet. Er ist jedoch kein verbotenes Symbol und wird von einer breiten Mehrheit unpolitisch getragen — in der Metal-Szene, im Ásatrú, in Mittelalterkreisen und als Schmuckstück ohne politische Aussage. Die Bundeszentrale für politische Bildung stuft ihn als „mehrdeutiges Symbol" ein, nicht als rechtsextremes Erkennungszeichen.

Was ist der Købelev-Fund?

2014 wurde auf der dänischen Insel Lolland ein Thorshammer-Amulett mit der Runeninschrift „Hmar x is" — „Dies ist ein Hammer" — gefunden. Es ist der bislang einzige Thorshammer-Fund mit Runeninschrift und bestätigt erstmals durch eine zeitgenössische Quelle, dass die Amulette tatsächlich Hämmer darstellten.

Warum trugen Wikinger Thorshammer-Amulette?

Mjölnir diente in der Wikingerzeit als Schutz-, Weihe- und Bekenntniszeichen. Thor schützte die Welt der Menschen (Midgard) vor den Thursen. Sein Hammer wurde bei Hochzeiten, Beerdigungen und Segnungen als Weihezeichen eingesetzt. Als das Christentum Skandinavien erreichte, wurde Mjölnir zum bewussten Gegenstück zum Kreuz — ein Bekenntnis zu den alten Göttern.

Was ist der Unterschied zwischen Mjölnir und dem Wolfskreuz?

Das Wolfskreuz — auch Thor-Kreuz genannt — ist eine Hybridform aus Wikingerzeit und früher Christianisierung. Es verbindet die T-Form des Thorshammers mit der Kreuzform des christlichen Symbols, sodass das Amulett für beide Deutungen offenbleibt. Archäologische Belege wie der Fund aus Fossi auf Island (ca. 1000 n. Chr.) zeigen, dass solche Hybridformen in der Übergangszeit bewusst genutzt wurden. Mjölnir als klassischer Thorshammer ist klar auf die nordische Mythologie bezogen — das Wolfskreuz steht für die Begegnung zweier Weltbilder.

Der Hammer kehrt zurück

Am Ende aller Tage, so erzählen es die Lieder, geht Thor der Midgardschlange entgegen. Er erschlägt sie. Dann macht er neun Schritte und fällt, vergiftet von ihrem Atem. Ragnarök. Die Sterne fallen, die Welt versinkt im Meer.

Und dann steigt sie wieder auf. Grün, gewaschen, neu. Und Magni und Modi, Thors Söhne, kommen über das Feld — und tragen Mjölnir.

Das ist der Kern der ganzen Sache. Der Hammer geht nicht unter. Er wird weitergereicht. Von einer Hand in die nächste, von einer Welt in die nächste, von einem Jahrhundert ins folgende. Der Mann in Island hat ihn gegossen, seine Frau hat ihn getragen, die Erde hat ihn tausend Jahre verwahrt — und jetzt liegt er wieder in einer Hand.

Vielleicht in deiner. Stöbere durch die Wikinger Kollektion — oder lies weiter über die Götter und Symbole der nordischen Mythologie, aus deren Welt der Hammer stammt. Oder wechsle hinüber in unsere keltische Welt, in der andere Zeichen andere Geschichten erzählen — die Triskele zum Beispiel dreht sich schon, seit es Kelten gab, und hört nicht auf.

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